Saanenmöser, Lochstafel-Hornberg (Seiberg), ca. 1933-19..
Einleitung
Dies war Arnold Annens erste Funi und wahrscheinlich sein Lehrstück, er soll damals " Gatterschlitten" genannt worden sein. Das Baujahr ist bislang noch nicht eindeutig bekannt. Dem Vernehmen nach wurde er möglicherweise schon 1932, wahrscheinlich aber 1933 oder eventuell sogar erst 1934 erstellt. Schriftliche Aufzeichnungen fehlen aber weitgehend, daher beruhen leider die verfügbaren Informationen zumeist auf Erzählungen von betagten Einwohnern der Region, doch die mündlichen Berichte widersprechen sich teilweise. Weitere Angaben wurden aus den wenigen erhaltenen Fotos abgeleitet, und sind somit sehr rudimentär. Aus diesem Grund wird wahrscheinlich in den meisten Publikationen die Gstaader Wispile Funi als die erste Schlittenseilbahn der Region angegeben, obwohl die Lochstafel Funi schon in Annens Funi Verkaufsprospekt von Anfangs 1936 als Referenzanlage erwähnt wurde.
So fehlt jede Angabe warum Arnold Annen ausgerechnet an diesem Ort baute, der nicht nur in einiger Entfernung von seinem Wohnort und Werkstatt in Lauenen sondern auch an einer wenig erschlossenen Stelle ca. 300m über dem Talboden lag, was dann sogar die Einrichtung eines zusätzlichen Zubringers vom Dorf und Bahnhof Saanenmöser notwendig machte. Gab es andere Initianten oder interessierte Geldgeber, die dies veranlassten?
Desgleichen sind praktisch keine technischen Details über die erste Windenbahn wie z.B. die Hersteller der mechanischen und elektrischen Ausrüstung und über die kommunikatorischen Verbindung zwischen Tal- und Bergstation bekannt. Und bestimmt wäre es interessant, etwas über die Betreiber der Bahn, ihre Finanzierung und natürlich auch die Fahrpreise zu wissen.
Geschichte
Dieser Funi war am Anfang eine einfache Windenseilbahn mit nur einem Schlitten, Fotos zeigen, dass der Schlittenführer talwärts noch auf Skis vor dem Schlitten fuhr (siehe unten), bergwärts durfte er auf den Schlitten aufsitzen ...
Die Bahn wurde im Spätherbst 1936 von Arnold Annens «Schlitten-Vertrieb Gstaad» auf die Saison 1936/37 hin zu einer normalen 2-Schlitten Funi umgebaut und zum Preis von Fr.24'000 an die Betreiber verkauft, wobei die «Schlitten-Vertrieb Gstaad» Anteile von Fr.8'000.- übernahm. Die Schlitten wurden 'Rosmary' und 'Jeanette' getauft. Leider ist über den Betreiber der Funi, d.h. Name der Gesellschaft und Gesellschafter bisher noch nichts genaueres bekannt.
Interessant ist der folgende Auszug aus dem Geschäftsbericht 1936/37 der «Schlitten-Vertrieb Gstaad» über die Baukosten, der auch belegt, dass der mechanische Teil der Anlage von den Gebr. Siegrist in Sachseln und der Motor von der MFO geliefert wurden:
Es scheint, dass dabei die bisherige Windenseilbahn demontiert und darauf am Hühnerspil wieder installiert wurde.
1958 wurde an dieser Stelle von «Von Grünigen & Co.» der Skilift Lochstafel-Hornberg, der "Burelift" gebaut. Es scheint aber, dass die Funi bereits Jahre früher (vermutlich um 1942) eingestellt und abgebaut worden war. Sehr wahrscheinlich wurde darauf die ganze Einrichtung am Hühnerspil als Ersatz der bisherigen Windenseilbahn als Hühnerspil Funi wieder installiert.
Technische Daten
| Ersteller: |
«Schlitten-Vertrieb Gstaad» |
Betreiber: |
???? |
| Höhe Talstation: |
ca. 1590m |
| Höhe Bergstation: |
ca. 1810m |
| Länge: |
ca. 1080m |
| Höhendifferenz: |
ca. 280 m |
| Geschwindigkeit: |
max. 2.5 m/sec |
| Fahrzeit: |
6 Minuten |
| Stundenleistung: |
60 Personen |
| Grösse der Schlitten: |
12 Personen + Schlittenführer |
(Diese Angaben beziehen sich auf die Funi von 1936)
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| Namen der Schlitten ab Saison 1937/38: 'Rosmary' und 'Jeanette' |
Der Zubringer
Die Talstation dieses Funi lag ziemlich weit oben am Hang auf ca.1590m Höhe, 300m über dem Talgrund, daher brauchte es einen Zubringer, der die Skifahrer bequem dorthin brachte. Zuerst wurden die Skitouristen wie schon seit Jahren mit Pferdeschlitten ins Skigebiet und zur Funi Station gebracht.
Doch schon bald hielt die moderne Technik Einzug:

Ab 1934 wurde mit drei Raupenautos ein Busbetrieb vom Bahnhof Saanenmöser zur Lochstafel eingerichtet. Diese sollen aus amerikanischen Armeebeständen gekauft worden sein, aber gesicherte Informationen über deren Herkunft und Marke sind z.Z. noch nicht verfügbar. über die Finanzierung (das müssen für die Spezailfahrzeuge damals recht ansehnliche Beträge gewesen sein) und den Betreiber ist nichts bekannt ausser dass Jakob Eschler, Garagist in Saanen den Unterhalt ausgeführt hat. Die geringe Transportkapazität, der aufwändige Unterhalt und die vielen Reparaturen der Vehikel konnte jedoch nicht überzeugen. Sie verschwanden daher nach drei Jahren, als die Hornberg Funi 1937 den Betrieb aufnahm. Von Eschler wurde gesagt, er habe "die beste Kuh am Hornberg"; und, als die Raupenautos dann nicht mehr fuhren, "Eschlers Kuh sei gestorben".
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Bahnhof Saanenmöser anfangs der 20er Jahre
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Bahnhof Saanenmöser ca. 193?
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Bahnhof Saanenmöser, Skifahrer besteigen den Raupenbus
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Raupenbus Cabriolet unterwegs
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Raupenbus, Typ 'Cabriolet'
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Raupenbus, Typ 'Limousine'
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Talstation der Lochstafel Funi
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Die ursprüngliche 1-Schlitten Windenseilbahn
Bei dieser ursprünglichen Form einer Schlittenseilbahn wurde ein einziger Schlitten an einem Seil von einer Motorwinde in der Bergstation den Hang hinauf gezogen.
Talwärts glitt der Schlitten nur mit Hilfe der Schwerkraft zur Talstation hinunter. Dies hatte den grossen Nachteil, dass das Profil der Strecke genügend gleichmässig steil sein musste, ebene Teilstücke waren nicht möglich, da der Schlitten sonst zum Stillstand gekommen wäre.
Die Schlitten hatten meist keine Steuervorrichtung. Im Falle dieser Lochstafel-Hornberg Bahn wurde der Schlitten talwärts von einem Schlittenführer, der vor dem Schlitten auf Ski voran fuhr, gelenkt. Bergwärts fuhr der Schlittenführer auf dem Schlitten mit. Am hinteren Ende des Schlittens war eine Bremskette angebracht, die anscheinend bei der Bergfahrt nachgeschleppt wurde. Bei einer unbeabsichtigten Rückwärtsfahrt wurde sie unter den Schlittenboden und die Kufen gezogen und sollte so den Schlitten bremsen. Für die Talfahrt muss sie wohl oben am Schlitten aufgehängt worden sein ... Wie der Schlittenführer dann zu reagieren gehabt hätte, ist nicht bekannt. Ebenso wenig ist bekannt, ob der Schlitten wie die späteren Modelle unter dem Boden eine weitere sog. 'Kratzbremse' besass, die bei einem Seilbruch automatisch ausgelöst hätte. Es sind dafür auf den Bildern keine Anzeichen zu erkennen.
Die Schlitten, ev. die ganze Bahn war noch nicht mit einem Betriebstelefon ausgerüstet. Leider sind bisher dazu noch keine weitere Details bekannt, es kann darum nicht gesagt werden, wie die Talstation dem Maschinisten in der Bergstation das Zeichen zur Abfahrt gegeben hat.
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Bergstation
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angekommen
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Bereit zur Talfahrt
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Talfahrt
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Talstation
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Fröhliche Bergfahrt Prost!
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Bergfahrt (2)
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Bergfahrt (3) Schlitten von hinten
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Die spätere 2-Schlitten Funi
Die einfache Windenseilbahn mit nur einem Schlitten wurde im Spätherbst 1936 von Arnold Annens «Schlitten-Vertrieb Gstaad» auf die Saison 1936/37 hin zu einer normalen 2-Schlitten Funi umgebaut.
Im Winter 1937 publizierte die «Schweizer Illustrierte» eine ganzseitige Reportage über diesen Funi und neben den Fotos ist der dazumalige Text der Reportage genau so bemerkens- und lesenswert!
Glücklicherweise sind Fotos von Oswald von Siebenthal (Compagnon von A. Annen) erhalten geblieben, die sein Sohn Jean-Pierre in einem Album Arnold Burri, dem Enkel von Arnold Annen schenkte. Die meisten der untenstehenden Bilder stammen aus diesem Album.
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Talstation (1) Die Funi sind unterwegs
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Talstation (2) Bereit zur Abfahrt
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Talstation (3) - Ueli Brand
& Gottfried Reuteler
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Unterwegs bei der Skiübergangsbrücke
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Auf der Fahrt, im Hinter- grund Saanerslochfluh
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Unterwegs (3) Die Kreuzung
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Unterwegs (4) Mühelos gehts immer höher
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Unterwegs (5) Blick gegen Hugeli
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Dem Ziel entgegen Vor der Bergstation
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Oben angelang Bergstation
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Die Bergstation
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Aussicht vom Hornberg-Restaurant
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