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Die von Arnold Annen erbauten Funis (4)
(in chronologischer Reihenfolge)
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| Braunwald, Bödeli-Grotzenbühl, 1936-1973
Die Vorgeschichte
Interessiert man sich für die Geschichte des Skisports in der
Schweiz, so entdeckt man, dass die Glarner dabei zu den ersten
Pionieren gehörten. Zwar tauchten die ersten Skis um 1860 im
Bündnerland auf, aber schon 1868 soll ein Konrad Wild aus
Mitlödi im Glarnerland bereits ein Paar Norwegerski besessen
haben. Der Glarner Christof Iselin bastelte sich 1891 nach dem Vorbild
von Schneeschuhen eigene Skis und testet diese bei Nacht und Nebel. Ein
Jahr später konnte er 3 Paar richtige Norweger Skis erwerben, der
Glarner Schreiner Melchior Jacober konnte im ersten Betriebswinter 70
Paar Skis verkaufen.
1893 wurde der Ski-Club Glarus
gegründet. In Glarus selbst wurde im Januar 1902 das erste
Skirennen in der Schweiz veranstaltet. 1904 wurde auf Anregung des
Ski-Clubs Glarus der Schweizerische Ski-Verband gegründet, welcher
dann 1905 den Glarnern das erste grosse Ski-Rennen zur
Durchführung übertrug.
 Braunwaldbahn 1907
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Um dem Skisporttrend folgen zu können, schlugen 1925 Hotelbesitzer
sowie der Kur- und Verkehrsverein Braunwald der 1905 gegründeten
«Braunwaldbahn AG» vor, den Winterbetrieb aufzunehmen. Doch
die Bedingungen (Bereithaltung von 300 Hotelbetten, fliessendes kaltes & warmes Wasser in den Zimmern, Zentralheizung), die der Verwaltungsrat der Bahn stellte, waren für die Hoteliers und den Verkehrsverein Braunwald unter der Leitung von David Heiz nicht annehmbar, darum führte dieser den Kampf weiter. Es wurde sogar mit dem Bau einer neuen Luftseilbahn mit Winterbetrieb gedroht. Die langen Diskussionen endeten damit, dass 1928 eine neue Aktionärsgruppe die «Braunwaldbahn AG» übernahm. Der Verwaltungsrat setzte sich neu wie folgt zusammen: Emil Durrer, Kägiswil, David Heiz, Braunwald, Nationalrat Dr. Rudolf Gallati, Glarus,
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C. Büchi-Keller, Wädenswil, Regierungsrat
B. Stüssi-Elmer, Linthal, M. Walder-Hefti, Luchsingen sowie Dr.
Tschudi, Schwanden. Zudem wurde mit Oswald Schneider der Posten des
Betriebschefs und des Kurdirektors in einer Person besetzt. Das erste
Geschäft des neuen Verwaltungsrats unter dem Vorsitz von Emil
Durrer (1880-1954), Hotelier im Grand Hotel, war natürlich die
Einführung des Winterbetriebs auf den 1. November 1928. Mit der
erfolgreichen Aufnahme des Winterbetriebs der Standseilbahn stand nun
der Entwicklung von Braunwald zum Wintersportort nichts mehr im Wege.
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 Einführung Winterbetrieb 1. November 1928
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Um die Bergstation der
Braunwaldbahn herum begann sich ein kleines Dorfzentrum zu bilden und
auf den Winter 1933/34 hin wurde von Jacques Streiff die Schweizer
Skischule Braunwald gegründet.
 Braunwald
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Doch Aufstiegshilfen für die Skifahrer in Braunwald
liessen nach der ersten Wintersaison der Braunwaldbahn noch rund 10
Jahre auf sich warten. Im
Juni 1935 überraschte eine Pressemeldung, dass Albert Bebié
einen Konzessionsantrag für eine Standseilbahn nach Grossiten
gestellt habe. In der Folge stellte die «Braunwaldbahn AG»
selbst einen Konzessionsantrag und im Jahre 1936 studierte der
Verwaltungsrat die Erschliessung des Ortstockhauses vom Hüttenberg
her mittels einer Schwebebahn. Doch keines dieser Projekte wurde je
realisiert.
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Gründung und Bau der Funi Hüttenberg-Grotzenbühl
An
Weihnachten 1936 nahm schliesslich die Funi
Hüttenberg-Grotzenbühl, die erste Braunwalder Aufstiegshilfe
für die Skifahrer, den Betrieb auf. Erstellt und betrieben wurde
sie von einer privaten Aktiengesellschaft, genannt «Skischlitten
AG», zu deren massgeblichen Gründern die Herren Jacques
Streiff und Oswald Schneider gehörten. Präsident dieser
Gesellschaft war Rudolf Gallati. 25 Aktionäre brachten das
notwendige Aktienkapital von CHF 70`000 auf. Den Auftrag für die
Konstruktion und den Bau der Funi erhielt Arnold Annen aus Lauenen mit
seinen Unterlieferanten, wahrscheinlich Josef Siegrist, mech.
Werkstätte und Maschinenbau in Sachseln/OW für die
maschinentechnischen Teile und die mechanische Ausrüstung sowie
die Maschinenfabrik Oerlikon/MFO für die elektrische
Ausrüstung und den Motor.
Der Antrieb befand sich in der Talstation, er hatte 6
Fahrstufen/Geschwindigkeiten in jeder Richtung. Das grosse Antriebsrad
hatte eine Korkeinlage zur Schonung des Zugseiles, das Auswechseln
dieser Einlage soll jeweils eine rechte 'Nifelibüetz' gewesen
sein! In der Bergstation befand sich das Wendrad, die Vorrichtung zur
Spannung des Zugseiles und das dazugehörige Spanngewicht.
In den Annen-Holzschlitten konnten die Sitzbänke umgeklappt werden, so dass die Passagiere immer in Fahrtrichtung schauten.
Die Zugseile hatten einen Durchmesser von 25mm, mit 6 Litzen und einem
Hanfseilkern. Auf der Strecke waren für die Zugseile in den
Schlittenspuren 6 Doppel- und 30 Einzel-Seilrollen verlegt, d.h. in den
Schnee eingegraben.
Zwischen beiden Fahrspuren war eine Telefonleitung gespannt. Die
Schlittenführer hatten bei Bedarf mit einem Metallstab Kontakt mit
dieser Leitung zu machen, um beim Maschinisten in der Talstation zu
läuten. Die Signale:
1 mal läuten = anhalten! , 2 mal läuten = vorwärts , 3 mal läuten = rückwärts Die
ursprünglichen Annen-Schlitten waren gleich gebaut (nicht
spiegelbildlich), so dass der Schlittenführer des einen Schlittens
von seinem Sitz weg musste, um Signal zu geben.
Bemerkenswert: Unterwegs bediente die Funi 2 Haltestellen: Gisenegg
für Schlittler, etc. und Hahnenbüel (Basler Ferienheim)
Technische Daten
| Betreiber: |
«Skischlitten AG», Am 19. Dez. 1942 übernommen von der «Braunwaldbahn AG» |
| Ersteller: |
Arnold Annen/Lauenen mit Unterlieferanten |
| Länge: |
1211m |
| Höhendifferenz: |
257m |
| Fahrzeit: |
8-9 Minuten |
| Stundenleistung: |
Annen-Holzschlitten bis 1963: ca. 120 Personen Streiff-Metallschlitten ab 1963: ca. 180 Personen |
| Grösse der Schlitten: |
Annen-Holzschlitten: 18? Personen + Schlittenführer Streiff-Metallschlitten: ca.30? Personen + Schlittenführer |
Die weitere Entwicklung
Die
Betriebsergebnisse variierten sehr stark, was hauptsächlich auf
die starke Wetterabhängigkeit der Schlittenseilbahn
zurückzuführen war, denn bei Schneemangel fehlte ganz einfach
die Fahrbahn. Und zudem war der Personalaufwand für die
Präparierung der Fahrbahn bei dünner Schneedecke enorm.
Daher war die «Skischlitten AG» mangels
Rendite froh, dass am 19. Dezember 1942 die «Braunwaldbahn
AG» Aktiven und Passiven übernahm, welche darauf das
Aktienkapital erhöhte. Für die «Braunwaldbahn AG»
bedeutet diese Übernahme einen ersten Schritt aus dem reinen
Standseilbahngeschäft hin zum Betrieb von
Beschäftigungsanlagen für den Wintersport.
1963 entschloss man sich trotz der grossen Schneeabhängigkeit der
Schlittenseilbahn zugunsten einer Erneuerung: Es wurden zwei neue
Leichtmetallschlitten - gebaut von der «Matth. Streiff AG»,
Schwanden/Glarus - angeschafft und damit die Förderleistung um 50
% gesteigert. Leider kamen diese jedoch in ihrer ersten Saison 1963/64
wegen Schneemangels kaum je zum Einsatz.
Die
Funi hatte leider zwei erhebliche Nachteile, nämlich die kleine
Transportkapazität (ca. 180 Personen pro Stunde) und die bereits
erwähnte grosse Schneeabhängigkeit. Dies ergab von Winter zu
Winter grosse Frequenzunterschiede, zum Beispiel stand die Funi im
Jahre 1970 während 113 Tagen in Betrieb und beförderte in
dieser Zeitspanne die Rekordzahl von 61 248 Personen während es
zwei Jahre später nur 5 Betriebstage mit 459 Gästen waren.
Weil sich aber der Bau der geplanten Ersatzbahn hinauszog, musste 1972 die Konzession für die Funi nochmals verlängert werden.
Prospekt Braunwald 40er Jahre
Ersatz der Funi 1974
Nachdem
im Jahre 1970 der Seblengrat und das Bächital für den
Skifahrer durch zwei Sesselbahnen neu erschlossen wurden, zeigte es
sich sehr bald, dass anstelle der Schlittenseilbahn ein
leistungsfähiges und schneesicheres Tranportmittel erstellt werden
musste.
Der Besucherstrom staute sich beim Funi. Während die
Schlittenseilbahn 180 Personen in der Stunde zum Grotzenbüel
transportieren konnte, betrug die Förderleistung der
anschliessenden Sesselbahn Seblengrat 400 Personen pro Stunde.
Am 4. Dezember 1970 wurde daher von seiten des Energie- und
Wirtschaftdepartementes mit der Konzessionsurkunde für eine
Gondelbahn als Ersatz für die Funi grünes Licht gegeben. Nach
langwierigen Verhandlungen mit den Landbesitzern war es im Mai 1973
endlich so weit, dass mit dem Bau begonnnen werden konnte. Die
Aufsichtsbehörde gab am 19. Januar 1974 den Startschuss, der
Betrieb der Funi wurde eingestellt und die roten Zweiergondeln
erfreuten sich beim Publikum vom ersten Tag an grösster
Beliebtheit. Diese Gondelbahn, vom Schweizer Unternehmer
«Giovanola» erbaut, war keine Neuanlage, sondern
ursprünglich 1957 in Les Hauts-Geneveys auf den Tête de Ran
erstellt und 1973 nach Braunwald verlegt worden. Sie kostete 3,5
Millionen inklusive neuer Gondeln und einem neuen Restaurant
"Chämistube" auf dem Grotzenbüel.
An deren Stelle war seit Jan. 1974 bis 1989/90 die neue Grotzenbühlbahn, die erste Gruppenumlaufbahn der Schweiz in Betrieb:
 Technische Daten
Fotos der Bahn finden sich auf Braunwald, Seite 2
Fotos
Diese
Seite über die Braunwaldfuni wäre nie in dieser Weise
möglich gewesen, wenn mir Jakob Schuler jun. nicht all die Fotos
aus den Alben seines Vaters und von Hans Schuler (ebenfalls ein
ehemaliger Schlittenführer) zur Verfügung gestellt und viele
weitere Informationen gegeben hätte. Vielen herzlichen Dank
für all die Hilfe!
An der Talstation

Die Funi Talstation Hüttenberg
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Talstation und unterer Teil des Funitrassees
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Talstation und Warteschlange ...
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Annens Holzschlitten, Ankunft in der Talstation
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Unterer Teil des Funitrassees
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Schlittenführer und Personal
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Mannschaft von Funi und Bergrestaurant
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Schlittenführer Jakob Schuler
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Jakob Schuler mit Gästen
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Schlittenführer Hans Schuler
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David Schiesser und Jakob Schuler
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Annens Holzschlitten im Aufstieg 1
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Auf der Strecke (1)
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Auf der Strecke (2)
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Auf der Strecke (3)
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Auf der Strecke (4)
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Kurz vor der Kreuzung
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Streckenmitte - Die Schlitten kreuzen
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Kreuzung Streckenmitte (1)
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Streckenmitte Kreuzung (2)
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Nach der Kreuzung in der Streckenmitte (1)
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Nach der Kreuzung in der Streckenmitte (2)
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Auf der Strecke (5)
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Annens Holzschlitten im Aufstieg und Bergstation
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Auf der Strecke (6)
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Auf der Strecke (7)
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Auf der Strecke (8)
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Unterer Teil des Funitrassees
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Bergstation Grotzenbüel
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Bergstation und Talfahrt
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Unterhalb der Bergstation
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Kurz vor Bergstation Grotzenbüel
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Abfahrt von der Bergstation
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Jakob Schuler mit Gästen auf der Talfahrt
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Schneeschmelze, Bergstation im Frühling
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Die neuen Schlitten, gebaut 1963 von der «Matth. Streiff AG»
Was von der Funi übrig blieb ...
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Mehr Fotos der Funi, der Braunwaldbahn und der Grotzenbühlbahn sind auf Jakob Schulers Homepage
http://www.skilift-nostalgie.ch
zu finden, ein Besuch lohnt sich!
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