Schweizermeisterschaften 1938, Abfahrtsmeisters Molitor Karl

Kommentar aus dem SSV Jahrbuch 1939:
"Das Abfahrtsrennen Käserruck—Unterwasser mit einer Höhendifferenz von 840 Metern und 2,9 Kilometer Streckenlänge war wohl eines der schnellsten Rennen, das bis jetzt in der Schweiz gefahren wurde.  Es beweist dies auch die glänzende Zeit des Abfahrtsmeisters Molitor Karl, Wengen (Junior), der die fast 3 Kilometer lange Strecke in 2:24,3 zurücklegte, was ein Stundenmittel von 78 Kilometern ergibt.

Der Herrenstart befand sich auf 1770 m ü. M. auf der Schulter oberhalb der Bergstation des Stöfeli-Funi. Durch den teilweise steilen Wald führte die Strecke nach der unteren Station des Funi und von hier über einen langen, ziemlich coupierten Steilhang zum Ziel bei den ersten Häusern von Unterwasser im Talboden.

Es wurden keine Kontrolltore gesteckt, da im oberen Teil die Waldschneisen die Piste gut kennzeichneten und Extraabkürzungen nicht erlaubten; im Zielhang, von der unteren Stöfeli-Funi-Station an bildeten die Zaunlücken natürliche weite Tore. Die Pfosten und Latten wurden mit Strohsäcken gepolstert, um bei Stürzen Verletzungen zu vermeiden. Im oberen Teil war die Piste sehr schnell mit gut führigem Schnee; der Zielhang war teilweise vereist. Obwohl dieser untere Hang im Training gesperrt wurde, vermochte das schöne, tagsüber warme Frühlingswetter mit der kalten Nacht diese starke Vereisung hervorzurufen.

Wenn man die flachen Partien berücksichtigt, die die steile Strecke allerdings nur kurz unterbrachen, so kann man den Beobachtern glauben, wenn sie erzählten, dass sie am Zielhang Geschwindigkeiten bis 100 Kilometer Stundengeschwindigkeit gestoppt hätten. Die gestoppte Strecke wurde mit Messband genau gemessen. Dem Junior Molitor folgte als Zweiter der unverwüstliche Graubündner Zogg David mit 2:27,0, dem als Dritter Mathys Peter, Davos, mit 2:28,4 und als Vierter Rominger Rudolf mit 2:29,3 folgten. Trotzdem die famose Leistung Molitors nicht geschmälert werden soll, muss doch festgestellt werden, dass die Senioren l später starteten und die Piste deshalb schon etwas weniger schnell war."


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