Geschichte des Skiliftes Iltios - Stöfeli 
Einleitung

Wegen den Handänderungen der Bahn scheinen viele Unterlagen verlohren gegangen zu sein. Deswegen ist es  unmöglich, hier eine detaillierte Beschreibung der Geschichte dieses Skiliftes zu geben, fast alles beruht auf mündlichen Berichten.
 


Hochbetrieb auf Iltios - im Hintergrund der Stöfeli - Skilift


Der Funi-Ersatz - Der Stöfeli-Skilift 1939

 

Es scheint, dass die technischen Probleme der neuerbauten Funi Iltios-Stöfeli nicht befriedigend zu lösen waren. Der Betrieb wurde daher  1939 nach den SSV Schweizermeisterschaften noch vor Ende der Wintersaison frühzeitig eingestellt und es gibt sogar Hinweise, das der Bahn vom eidg. Amt für Verkehr die Betriebsbewilligung entzogen wurde.

Deshalb wurde die Funi im Sommer 1939 demontiert, die Schlitten verkauft und an ihrer Stelle liess Hans Walder auf dem Trassee der Funi von der Firma Eisen- und Stahlwerke Oehler & Co. AG. in Aarau einen Skilift erstellen. Dieser erste Stöfelis-Skilift war gleich wie der erste Gamsalp-Skilift vom selben Hersteller ein Gurtenskilift, mit einer Stundenleistung von 300 Personen.

Wahrscheinlich wurde in der Talstation der Antrieb der Funi weiterverwendet und nur die Zugseilführung den Anforderungen des Skiliftes entsprechend umgebaut. So kam es, dass man heute noch 'unter Dach' in der ehemaligen Einstellhalle des Funischlittens 'anbügelt'. Desgleichen wurde auch in der Bergstation das Wend-/Umlekrad der Funi weiterverwendet und die Zugseilführung angepasst. Die Einstellhalle des Funischlittens war nun ebenfalls überflüssig geworden, man verschloss sie einfach mit einer Wand, das abbügeln findet seither im Freien vor der ehemaligen Einstellhalle statt.

Der Skilift soll Fr. 73'000 gekostet haben, wobei allerdings nicht klar ist, ob in diesem Betrag auch die für die kurzlebige Funi gemachten und wiederverwendeten Investitionen enthalten sind.


 
Gesamtansicht

Die Funktionsweise solcher «Oehler» Gurtenskilifte wird in einer Schrift von 1947 (J. Gabathuler) wie folgt beschrieben [siehe auch: Skilift Gamsalp]:
«Die Schlepporgane setzen sich zusammen aus einem Gürtel, den sich der Skifahrer um den Leib schnallt, und einem daran befestigten Hanfseil. Dieses wird in der Talstation mittels eines daran befestigten Hakens [Klemme] am Förderseil festgeklemmt und bleibt solange an diesem haften, als der Fahrgast den am Gürtel angebrachten Sicherheitsgriff nicht loslässt. ... In der Bergstation angekommen, lässt der Fahrgast einfach seinen Handgriff los. Dadurch fällt die Klemme samt Schleppseil vom Förderkabel. Die leeren Schlepporgane werden zusammen gebündelt, zu etwa 50 Stück vereint, am Rückgehänge [sog. Retourseil] zur Talstation zurück befördert.»

Anmerkung: Der Sicherheitsgriff wurde von J. Firmann, Bulle hergestellt, die Konstruktion der Schlepphacken [Seilklemme] stammt von Ingenieur Hefti, Fribourg.

Leider hatten die Gurten anstelle eines Sitzbrettchen (wie z.B. beim Gamsalplift) einen eingelassenen Elastikteil der einem die A...backen recht unangenehm zusammenklemmte ... 

Iltios und
Talstation Skilift
Talstation des Skilifts
Ansicht vom Iltios
Talstation des Skilifts 1940
Betrieb bei der Talstation
des Skilift

Am Lift arbeiteten Jakob Oehler (Vater von Bruno Oehler von der Chäserruggbahn) und Dionys Brändle sen. und an der Kasse war u.a. oft Alfred Näf, vorher Schlittenführer der Funi. Anstatt von Billets sollen Teller abgegeben worden sein, die dann am Lift beim Anbügeln wieder eingesammelt wurden. Damit soll eine genaue Kontrolle und Buchhaltung (für Steuererklärung!) unmöglich gewesen sein .... Was kostete aber eine Fahrt hinauf zum Stöfeli?

Im Kurortsprospekt Unterwasser von 1940 findet sich folgende Angabe:



Auf das Jahr 1944 wurden die Preise erhöht.
In einem Kurortsprospekt Unterwasser von 1943 finden sich die folgenden handschriftlichen Korrekturen:

Die Stützen (Masten) waren aus Holz. Allerdings wird erzählt, der Zimmermann Küng habe dafür zu grünes Holz verwendet, sodass sie sehr rasch faulten und schon bald, teilweise durch Eisenkonstruktionen, ersetzt werden mussten.

Die ersten Stützen oberhalb der Talstation
3. Stütze von nahem
200m oberhalb Talstation
Die Brücke in der Senke 300m oberhalb der Talstation
Stütze oberhalb der Brücke
Unterhalb der Bergstation
Die letzte Stütze vor der Bergstation
Die Bergstation
Die Bergstation von Nahem
Die Stöfelihalde
Skipiste anno dazumal

 
Gesamtansicht Stöfeli, Bergstation & Berghaus
 
Die Stöfelihalde
Ansicht vom Skilift aus

 

Das Stöfeli wurde natürlich sofort zum beliebten Ausgangspunkt für den Aufstieg auf den Chäserrugg und die Ostabfahrt.

Abmarsch vom Stöfeli
Der Aufstieg (1)
Der Aufstieg (2)
Einfahrt zur Ostabfahrt

«Stöfeli 1940/41»   Historischer Film/Video
Ein Film über das Stöfeli von E. Sennhauser, einem langjährigen Gast des Hotels Friedegg.
Klicken Sie auf die Bilder unten, um den Video anzuschauen. (Schnelle Internetverbindung/ADSL nötig!)

 
Vielen Dank an Fredi Näf (
Reitbetrieb Schwendihof) Unterwasser für die alten Filmrollen, Rolf Steiner/Rorschacherberg/SG und Peter Steiner Restaurant Gade, Unterwasser für das Sponsoring und Andi Jacomet / www.skiliftfotos.ch für die webgerechte Aufbereitung!

Stöfeli 1940/41, Teil 1 - Betrieb des Skilifts
Diese Filmsequenz (ca. 15 Min./84 Mb) zeigt den Betrieb des Skilifts. Man sieht, wie ein «Oehler» Gurtenskilift funktionierte.
Zu sehen sind u.a. Hans Walder, Alfred Näf, Jakob Oehler

Stöfeli 1940/41, Teil 2 - Skiabfahrten
Diese Filmsequenz (ca. 16 Min./92 Mb) zeigt die Abfahrt auf die Sellamatt (Hans Walder), Skifahren am Stöfeli, die Chäserrugg-Ostabfahrt (u.a. mit Jak. Steiner sen.) und eine Abfahrt durch das Gluristal (mit Niklaus Stump).
Download Links
Wenn Sie den Film herunterladen möchten, bitte hier klicken:   Download Links

Fahrt mit der Skischule aufs Stöfeli - Kurzer Video Clip
Aus einem anderen Film von E. Sennhauser, aufgenommen ca. 1948, stammt dieser Clip.
Klicken Sie auf das Bild unten, um den Videoclip anzuschauen.
(Format *..wmv, ca. 160 Sek./7 Mb, öffnet sich in einem neuen Fenster)

Diese Filmsequenz zeigt eine Skischulklasse die mit dem Skilift zum
Stöfeli 'aufsteigt' und dann durch den Neuschnee übers 'Schwiloch'
zur Sellamatt abfährt.
Der Skilehrer der Klasse ist Ueli Feurer
(seinerzeit Skilehrer der holländischen Kronprinzessin Juliana, die 1934 zusammen mit
ihrer Mutter Königin Wilhelmina ihre vierwöchigen Ferien im Hotel Sternen verbrachte)
 

Das weitere Schicksal des Stöfeliliftes
Der Erbauer Hans Walder verkaufte den Skilift 194? an Kurt Lindenmeyer Foto rechts; er besass ein Ferienhaus im Befang/Wildhaus). Zu Beginn hielt noch Walter Kesselring (erster VR-Präsidemt der Drahtseilbahn Unterwasser-Iltios, hauptberuflich Direktor der damaligen Bodensee-Toggenburg Bahn) einen gewissen Anteil an der Firma. Wann er diesen an Lindenmeyer abgab, ist nicht bekannt. Nach Kurt Lindenmeyers Tod 1996 ging der Skilift an seine Töchter Margareta Greber-Lindenmeyer und Käthi Steiner-Lindenmeyer und damit auch an die Familie seines Schwiegersohnes Peter Steiner, Restaurant Gade, Unterwasser über, die nun den Skilift und das Berghaus betreibt.
 
 

Skilift Talstation, ca. 1948

Der «Oehler» Gurtenskilift wurde 1962 durch den heutigen «WSO»-Skilift (Städeli, Oetwil) ersetzt:
 
Talstation heute Das Personal (1) Der Stöfeli Skilift heute (2004) Die Talstation des Stöfeli Skiliftes im Sommer
Die Talstation des Stöfeli Skiliftes heute
Die Talstationen des Stöfeli Skilift und des Übungslifts (rechts) heute
Der Stöfeli Skilift heute
Die untere Hälfte mit dem Steilhang
Die Talstation des Stöfeli Skiliftes im Sommer
Sessel für das Personal ...
Wie böse der Sturm «Vivian» im Februar 1990 dem Skilift zusetzte, kann man in der Mitteilung der Seilbahnfirma «WSO» nachlesen.

up-dated:  20. Aug. 2007
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